Historie

Geschichte des TTC Suggental e.V. - 50 Jahre

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Am 18. Juni 1966 wurde der Tischtennisclub Suggental gegründet, am 18. Juni 2016 feierte der Verein sein 50-jähriges Bestehen – eine Zeitspanne, die es sich vor Augen zu führen gilt, zumal  im Gründungsjahr u. a. das bekannte Wembley-Tor in London fiel, gedanklich so weit zurückliegt. Jahrzehnte, auf die es sich zurückzublicken lohnt. In diesen fünf Jahrzehnten haben sich viele  Personen rund um den Verein verdient gemacht: Sei es direkt am Tischtennistisch oder abseits des Zelluloidballs.

Genau ein halbes Jahrhundert nach der Schaffung des einzigen Sportvereins im Suggental ist es daher Zeit, dieses Jubiläum gebührend zu feiern und in der schnelllebigen Zeit einmal kurz inne  zu halten. Erinnerungen hervorzurufen, Mitgliedern zu gedenken, sportliche Vergleiche aus dem tiefen Gedächtnis auszugraben, phänomenale Siege wie auch bittere Niederlagen. Mit diesen  Zeilen ist der Versuch entstanden, das langjährige Geschehen aufzurollen und die fortlaufende Geschichte des TTC darzustellen. 50 Jahre voller Sportbegeisterung, Gemeinschaftssinn,  Zusammengehörigkeitsgefühl und Traditionsbewusstsein, was jegliche Beteiligte mit Stolz erfüllen darf.

„Durch den Tischtennissport ihre Körper- und Seelenkräfte zu fördern und in der Gemeinschaft Entspannung und Erholung zu finden“, so steht es bis heute ausgehend von der ersten Satzung  des TTC 1966 geschrieben. Unter der Federführung von Leonhard Klimmek fanden sich mit Herbert Bergbauer, Horst Feige, Manfred Feige, Dieter Herbstritt, Werner Hin, Herbert Hug, Wolfgang  Klapper, Hermann Kury, Volker Müller und Josef Schill zehn weitere junge Männer zusammen, die den Klub ins Leben riefen. Kurze Zeit später folgte mit Klaus Burger ein weiterer Akteur, der  viele Jahre das Geschehen mitbestimmen sollte.

Heimstätte des TTC ist von Beginn an das Silberberghaus gewesen, jedoch veränderte sich dies im Vergleich zu den ersten Jahren erheblich. Auf circa der Hälfte der aktuellen Größe wurden die  ersten Spiele durchgeführt und sorgten nach Spielende für rege Betriebsamkeit und wirkliche Events, nachdem die Vergleiche beendet waren. Im September des Gründungsjahres hatte  man mit dem TTC Rust den ersten Gegner im Suggental zu Gast, im Jahr darauf meldete sich der Klub zu der ersten Verbandsrunde in der C-Klasse an. Diese Klasse hatte jedoch nur ein Jahr  Bestand und es ging eine Liga nach oben. Auch eine zweite Garde gab es zu diesem Zeitpunkt bereits.

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Während in diesen Jahren auch eine erste Damen- und Jugendmannschaft zusammengestellt wurde, kam es 1970 zum Wechsel an der Vereinsspitze. Mit Josef Schill, besser bekannt unter “Sepp”, übernahm ein Mann die Geschicke, der den Tischtennisverein nachhaltig prägen sollte. Jenseits der Waldkircher-Stadtgrenzen machte er den Klub präsent und bekam Jahr für Jahr das Vertrauen der Mitglieder ausgesprochen. Unter Josef Schill 1975 u. a. die Damengymnastikgruppe, die auch bis heute noch Bestand hat. Unter der Organisation von Maria Zimber, die von Beginn an dabei ist, betätigen sich somit seit über vier Jahrzehnten etliche Damen einmal in der Woche an ihrem Sport im Silberberghaus.

1974 musste der TTC mit Klaus Faller um den wohl begabtesten Spieler trauern und einen empfindlichen Schicksalsschlag verkraften. Im Anschluss an ein Trainingsspiel wurde ihm seine Herzkrankheit bereits in frühen Jahren zum tragischen Verhängnis. Mit der Konstanz in der Klubführung entwickelte sich der Klub zu einem festen Bestandteil im Tischtennissport in der Region und die Mitgliederanzahl wuchs und wuchs. Zudem wurden einige Satzungsänderungen über die Jahre vorgenommen, um den Gegebenheiten, die mit dem Vereinswachstum einhergingen, gerecht zu werden.

Ein Punkt, der hierbei aufgenommen wurde, war die Tatsache, Ehrenmitglieder ernennen zu können. So wurden 1977 der spätere Ortsvorsteher Horst Sindram, 1979 Vereinsgründer Leonhard Klimmek, 1981 Altbürgermeister und Ortsvorsteher Albert Kapp, 1989 der langjährige zweite Vorstand Prof. Dr. Hans Mönig und zum 40-jährigen Jubiläum 2006 mit Willi Kury (viele Jahre als 1. und 2. Vorstand aktiv) und Horst Feige (40 Jahre aktives Mitglied und Gründungsmitglied) zu diesen bestimmt. Im Jahr 1987 wurde die Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Waldkirch realisiert, was somit den Zusatz „e. V.“ bedeutete.

Bereits beim 20-jährigen Jubiläum war Josef Schill von seiner schweren Krankheit sichtbar gezeichnet. Viel zu früh verstarb die treibende Kraft des TTC im Jahr 1987 kurz vor Erreichen des 50. Lebensjahres. Mit der Benennung des Aufenthaltsraums nach ihm, “Josef-Schill-Stube”, erwies man dem langjährigen Vorstand jedoch die Ehre, dass er weiterhin in den Gedanken des TTC weiterlebt. Der Klub erlebte dadurch einen Einschnitt, der einige Zeit anhielt und ihn ins Wanken brachte. Es entstand eine Situation, die alle Beteiligten vor eine Zerreißprobe stellte und durch Willi Kury aktiv angegangen wurde. Nachdem Klaus Burger dem TTC zwei Jahre vorstand, übernahm dieser 1989 das Amt des ersten Vorsitzenden und sorgte für eine Aufbruchsstimmung. Die Lethargie verflog und was ursprünglich gar nicht so angedacht war, endete schließlich in 14 Jahren an der Klubspitze. 1991 war mit 25 Jahren TTC Suggental ein Grund zum Feiern angesagt, was groß begangen wurde.

Unter Willi Kury kam es u. a. zur Schaffung des fünften Postens in der Vorstandschaft, nachdem zuvor ein Quartett agierte. Neben den beiden Vorsitzenden, dem Schriftführer und dem Kassierer, kam 1993 durch eine außerordentliche Generalversammlung das Amt des Jugendleiters hinzu. Vier Jahre später sorgte er dafür, dass der Bezirkstag vor dem Saisonstart im Silberberghaus ausgerichtet wurde. Einschnitte in den Tischtennissport wie die neue Zählweise auf elf Punkte bis zum Satzgewinn oder auch die Umstellung auf die größeren Bälle fiel unter die Ägide des Ehrenmitglieds. 2003 kam es zum Wechsel an vorderster Stelle, als Willi Kury eine Position nach hinten trat und seinem Stellvertreter Martin Kury das Feld überließ.

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Zehn Jahre sollte auch er die Geschicke des Vereins leiten und erarbeitete sich dabei erhebliche Verdienste. Mit der Umstellung auf die Digitalisierung der gesamten Organisation im Tischtennis fiel ein gewichtiger Punkt in dessen Amtszeit, den alle jedoch gut meisterten. Seit 2013 ist mit Iris Holderer, die zuvor bereits in der Vorstandschaft aktiv war, die erste Dame dem Verein vorstehend und bildet gemeinsam mit Philipp Glunk, Fabian Hoch, Frank Kury und Berthold Streifeneder das Quintett der Klubführung im 50. Jahr des Vereinsbestehens. Die Erstellung einer eigenen Website zu Beginn des Jahres 2014 gilt es hier anzumerken. Somit ist der TTC auch im Internet für alle Mitglieder und Interessierten mit reichhaltigen Informationen präsent.

50 Jahre, die dem Klub zahlreiche Erfolge am Tischtennistisch bescheren sollten. Es würde wohl den Rahmen dieser Chronik sprengen, jede Meisterschaft und jeden gewonnenen Pokal aufzuführen. Dennoch sollen einige sportliche Höhepunkte des Vereins an dieser Stelle doch Erwähnung finden:

1980 wurde mit einer Mädchenmannschaft ein Team aus der Taufe gehoben, die sechs Jahre später als Südbadischer Pokalsieger und Südbadischer Mannschaftsmeister prämiert wurde. Iris Birkle, Silvia Ruff, Heike Schill, Annerose Wagener und Elisabeth Hüttner konnten diese Titel erringen und sich dadurch für die Süddeutschen Meisterschaften qualifizieren. Auch in den Folgejahren sollte die weibliche Riege noch etliche Male an diesen Wettbewerben in Südbaden teilnehmen können.

1974 gelang den Herren der erstmalige Aufstieg in die A-Klasse, 1977 folgte jener in die Bezirksklasse. 1986 gelang dort die vorerst beste Platzierung mit dem zweiten Rang in der Tabelle. Nachdem man sich immer gut hielt zwischen Bezirksklasse und A-Klasse, erfolgte 2001 der unerwartete Abstieg in die B-Klasse. Korrigiert wurde dieses Unterfangen mit dem Durchmarsch innerhalb von zwei Spiel­zeiten zurück in die Bezirksklasse. Ralf Kleinschmidt, Peter Dorer, Frank Kury, Heinrich Ruff, Klaus Birkle und Christian Flamm schafften dieses Kunststück.

Ungleich bedeutender war 2007 der Meistertitel in der Bezirksklasse (Ralf Kleinschmidt, Peter Dorer, Frank Kury, Berthold Streifeneder, Heinrich Ruff, Klaus Birkle), was somit die erstmalige Teilnahme an der Bezirksliga sicherte. Etliche Jahre verbrachte man in dieser Klasse, bevor mit dem Aufstieg in die Landesliga der größte Vereinserfolg gefeiert werden konnte. Horst Zajonc, Franz Richardt, Berthold Streifeneder, Michael Grundig, Frank Kury und Ralf Kleinschmidt sicherten sich über den zweiten Tabellenplatz 2013 zum ersten Mal in der Klubgeschichte das Recht, an einer überbezirklichen Liga für den TTC teilzunehmen.
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Seit nun drei Jahren spielen die Herren I in der Landesliga und konnten in der abgelaufenen Saison mit dem vierten Rang das beste Ergebnis in dieser Zeit sichern. Doch nicht nur die erste Formation hat für tolle Resultate gesorgt, da auch die anderen Mannschaften in unterschiedlichen Abständen Meisterschaften erleben durften. Insbesondere im Nachwuchsbereich, dem Eckpfeiler des Klubs, macht sich die Arbeit des derzeitigen Jugendleiters Berthold Streifeneder enorm bezahlt. Durch unablässige und äußerst engagierte Arbeit hob er die Nachwuchs­arbeit seit 2007 auf ein neues Niveau.

Erfolge bei Südbadischen Wett­kämpfen und mittlerweile auch Baden-Württembergischen Turnieren beweisen, dass die Heran­wachsenden gut aufgehoben sind und die Zukunft des Vereins vielversprechend ist. Nachhaltiges und zeitintensives Training, unterstützt von den weiteren Übungsleitern, ist hierbei das Rezept. Mit dem Aushängeschild Fabian Gäßler, der als 12-Jähriger bereits in den Herren I spielt, war der TTC im Frühjahr dieses Jahres bei den Deutschen Meisterschaften der Schüler vertreten. Keim dieser tollen Entwicklung ist auch das regelmäßige Training im Landesstützpunkt in Freiburg unter Landestrainerin Martina Schubien, an dem Jugendliche teilnehmen.

Auch intern stehen seit Bestehen des Klubs die Vereinsmeisterschaften auf dem Programm. Seit 1967 werden diese Jahr für Jahr abgehalten und mit neun Gesamtsiegen liegt hierbei Klaus Burger ganz vorne im Ranking. Mit Peter Dorer und Frank Kury sind zwei Spieler jedoch nicht allzu weit von ihm entfernt. Das Kunststück, drei Vereinstitel in Folge einzufahren, gelang jedoch mehreren Akteuren. Bei den Damen lassen sich die Siegerinnen leider nicht mehr vollständig rekonstruieren, jedoch dominierte in jüngster Vergangenheit Iris Holderer das Feld.

Einen Erfolg ganz anderer Art erreichten mit Klaus Birkle, Franz Ruff, Bernhard Dorer und Peter Wisser vier aktive Mitglieder des TTC. In 50 Jahren Suggentäler-Tischtennis ist dieses Quartett seit 45 Jahren aktiv mit dabei und es ist nicht abzusehen, dass diese vier langjährigen Spieler den Schläger an die Wand hängen. Zwar sorgte die Gesundheit hin und wieder dafür, dass für einige Zeit Pausen eingelegt werden mussten, doch dies hinderte sie alle nicht daran, anschließend wieder zurückzukehren.

In den vielen Jahren TTC Suggental machte der Klub aber nicht nur an den Tischtennisplatten auf sich aufmerksam, sondern sorgte auch fernab des eigentlichen Sports für sämtliche Aktivitäten, die mitunter nicht mehr wegzudenken sind. Ereignisse und Erlebnisse, die den Zusammenhalt im Verein bis heute stärken und unablässig für eine funktionierende Gemeinschaft sind. Zu erwähnen sind hier vor allem die Kappenabende zur Fasnet, die ab den 70er-Jahren fest im Terminplan verankert waren. Weit über die Grenzen Suggentals hinaus waren diese kurzweiligen und unterhaltenden Abende bekannt und immer ein Höhepunkt.
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Zwar ist diese Tradition mit den Jahren vielerorts verloren gegangen, jedoch gibt es u. a. mit den Weihnachtsfeiern, mittlerweile “Winterabend” genannt, und halbjährlichen Altpapiersammlungen weiterhin Konstanten im Jahresverlauf. Durch die rege Betriebsamkeit im Nachwuchsbereich über die letzten Jahre gibt es für die Heran­wachsenden jedes Jahr auch einen dreitägigen Hüttenaufenthalt im Sommer. Auch bei den Erwachsenen war dies vor allem in den ersten Jahren immer ein wiederkehrendes Ereignis. Mehrtägige Reisen vorwiegend durch Süddeutschland, aber auch Österreich und Italien wurden jährlich geplant und umgesetzt. Meist war dies auch mit Freundschaftsspielen vor Ort verbunden, nachdem die ansässigen Klubs kontaktiert wurden. 2008 fand der bislang letzte längere Trip nach München statt.

Fest im Programm ist auch das Pfingstturnier des FC Buchholz, das Jahr für Jahr dafür sorgt, dass ein Team des TTC gegen das runde Leder tritt. Meist als einzige auswärtige Mannschaft ist man bei diesem Auftritt auf der anderen Seite der Elz ein Unikat und sorgte durch einige Turniererfolge für „Missstimmung“ im Buchholzer-Lager, da der Pott natürlich nie „über den Jordan“ gehen dürfe. Durch seine Verdienste als langjähriger Akteur für den TTC wurde Gründungsmitglied Volker Müller seiner Zeit auch zum Ehrenspielführer des TTC ernannt. Noch immer lebt diese Tradition fort und somit tritt nach wie vor jedes Jahr zu Pfingsten eine Equipe aus dem Suggental in Buchholz gegen den Ball. Vor Jahren standen solche Besuche noch in Schwenningen an. Zudem ist man über die letzten Jahre auch regelmäßig beim KKSV Buchholz vorstellig, die alle zwei Jahre ihr Schützenturnier aus­richten.

All die Geschehnisse und das Erlebte in diesen 50 Jahren zeigen die Bedeutung des TTC und die feste Verankerung in der Gemeinde Suggentals. Unzählige Veränderungen und Entwicklungen galt es in diesen fünf Jahrzehnten zu meistern. Herausforderungen, denen wir uns sicherlich auch zukünftig stellen müssen. Als intakter Verein mit einem starken Gemeinschaftsgefühl sind wir dafür bereit!

Das ehrenamtliche Engagement ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr. So ist es dem Verein nur zu wünschen, dass er weiterhin so geführt, gelebt und vorangetrieben wird, um auch zukünftig eine Säule im kleinsten Ortsteil Waldkirchs darzustellen.

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Ehrenmitglieder des TTC:
1977: Horst Sindram (1981-1989 Ortsvorsteher im Suggental); † 10.01.2008
1979: Leonhard Klimmek (Gründungsmitglied des TTC; 1966 - 1970 1. Vorsitzender); † 03.07.1996
1981: Albert Kapp (1965-1971 Bürgermeister im Suggental & 1971-1981 Ortsvorsteher im Suggental); † 08.12.1995
1989: Prof. Dr. Hans Mönig (14 Jahre 2. Vorsitzender); † 01.01.2015
2006: Willi Kury (1989 - 2003 1. Vorsitzender; 2003 - 2009 2. Vorsitzender)
2006: Horst Feige (Gründungsmitglied des TTC; 40 Jahre aktives Mitglied)
2016: Bernhard Dorer (1977-1993 Kassierer; 47 Jahre aktives Mitglied)
2016: Peter Wisser (48 Jahre aktives Mitglied)